Noah-Levi im Interview mit Terminal Y

Noah Levi: „Musik kommt aus dem Herzen, nicht aus der Fabrik“

Ich treffe mich mit Noah in Kreuzberg zu seiner Probe. Ein 15-jähriger Junge aus Berlin lächelt mich sympathisch an und nimmt sich sehr viel Zeit für unser Gespräch. Wir sitzen auf der Couch, quatschen und er erzählt mir von seinen Erfahrungen während der Castingshow, unangenehmen Fan-Situationen oder was passieren würde, wenn er eine Freundin hätte.

Dreizehn: Nein, damit meine ich nicht den Film, in dem sich Teenager aus Rebellion gegenüber ihren Eltern ein Zungenpiercing stechen lassen und ganz wilden Scheiß machen. Wobei man das vermutlich mit 13 macht – das glaube ich zumindest. Mittlerweile bin ich mir nicht Mals mehr sicher was ich damals mit 13 gemacht habe. Glücklicherweise waren es aber weder ein Zungenpiercing noch die Idee, an einer Castingshow teilzunehmen.

Ganz anders: Noah Levi, der hat zwar laut meinen Erkenntnissen auch kein Zungenpiercing, aber ab dem Alter von 13 Jahren eine dermaßen steile Karriere hingelegt, von der einige nur träumen können. Was hinter dem Jungen Noah, der mehr als 300.000 Fans bei Instagram hat, steckt, warum er sich beworben hat und ob er auch schultechnisch eine Rampensau ist, gibt es in dem Video zu sehen.

Der Hype um einen 15-Jährigen

Das habe ich mich schon öfters gefragt. Noah selbst betont, „also ich bin jetzt nicht mega big oder so, oder habe ne riesige Fanbase“ und beschreibt sich selbst als Newcomer. Doch die Präsenz bei der TV-Show The Voice Kids veränderte das Leben eines 15-jährigen definitiv.

Als ich ihn Frage, wie seine Freunde damit umgegangen sind, als er plötzlich in der Öffentlichkeit stand, sagt er klar: „Ich habe wenig Freunde und alle meine Freunde gehören zu meiner Familie, ich mache da keinen Unterschied“. Außerdem hätte er nie seine Freundschaften so gewählt, wenn er sich nicht sicher gewesen sei, dass dieses „Fernsehding“ sie beeinflussen würde.

Für seine Freunde scheint klar zu sein, dass es ab und an passieren kann, dass Noah nach einem Bild gefragt wird. Aber das sei absolut ok. Außerdem war seine Präsenz in der Öffentlichkeit kurz nach der Sendung viel höher gewesen als jetzt, es scheint sich einzuspielen und Noah bestätigt mir, dass es auch relativ schwierig sei, den eigenen Hype um seine Persönlichkeit zu halten. Er sagt: „Jeden Tag kommen neue Leute dazu, außerdem ist es heutzutage sehr einfach, wenn man viel Geld hat, da zählt das Können leider nicht mehr so viel. Also je nachdem wie man sich oben hält, wird man auch erkannt.“

Noah-Levi wurde schlagartig durch den Gewinn einer Castingshow im Fernsehen bekannt
Noah-Levi wurde schlagartig durch den Gewinn einer Castingshow im Fernsehen bekannt

Noah auch ist Teil der großen Snapchat-Community hier in Deutschland. Eine App, die zum Wegbegleiter der Jugendlichen wird und vielen Teenagern die Möglichkeit bietet, einen Einblick in die Welt ihrer Stars und Vorbilder zu erhalten. Ich hab mich gefragt ob es nicht schwierig und anstrengend ist, jeden Tag so vielen Menschen einen Einblick in das eigene Privatleben zu geben. Aber Noah sagt, „klar ist es krass privat, aber es ist halt auch total freiwillig. Das Gute ist: man kann bestimmen, was kommt und man kann es doppelt checken.“

Er habe aus eigenen Erfahrungen gelernt, was gut ist, zu zeigen und was nicht. Es sagt, man passe sich den Bedürfnissen der Zuschauer an, aber das wichtigste ist, immer nah an der Realität zu bleiben. Dennoch scheint es nicht ganz einfach für den 15-Jährigen, in unserem Interview sagte er, dass es gar nicht so leicht sei, wenn er mal eine Freundin habe. Mehr dazu und sein Weg zur Musik gibt’s in unserem Interview Teil 2.

Die Angst vor Verfolgung und weinenden Mädchen

Fandom – damit kann fast jeder etwas anfangen. Die meisten aber wahrscheinlich eher, weil sie eine Person ganz besonders toll finden und nicht, weil sie selber toll gefunden werden. Nur wenige stehen auf der Seite der populären Menschen in der Öffentlichkeit, umso schwieriger ist das als Teenager.

Aber Noah sieht das ganz entspannt. Er sagt, es gibt viele süße Fanaktionen, über die er sich riesig freut – Man kann es ja nicht leugnen, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn Leute einen erkennen und für seine Musik und sein Talent supporten. Besonders wenn er Geburtstag hat, oder einen Meilenstein im Leben erreicht, bekommt er mit, wie viel Mühe sich manche Fans geben. „Ich zum Beispiel kann gar nicht zeichnen, also wirklich überhaupt nicht. Und dann sind da Leute, die stecken ihre ganze Freizeit da rein, mich zu malen – Wie krass ist das denn?! Wow!“, sagt der 15-jährige freudestrahlend.

Aber neben den tollen und „chilligen“ Fans, wie er sie nennt, gibt es halt auch die extremen. Seiner Meinung nach ist es sehr uncool, wenn Leute ihn verfolgen, oftmals aus Schüchternheit, wie er sagt. „Ey, kommt zu mir und macht ein Foto, gar kein Ding, aber bitte nicht über den ganzen Tag verfolgen.“ Noch schwieriger: Wenn Leute einfach anfangen zu weinen. Er kann verstehen, dass es ein verrückter Moment ist, wenn man jemanden trifft der einen inspiriert und den man gerne begleitet, dennoch sind die Personen für Noah immer noch jemand Fremdes. Klar, nimmt er gerne jemanden in den Arm. Aber in solchen Situationen ist es sehr schwierig für ihn zu reagieren, außerdem sei er empfindlich was diese direkte Nähe angehe.

Fankultur ist etwas sehr Schwieriges, trotzdem für Noah eines der wichtigsten Dinge überhaupt, die er unfassbar schätzt. Besonders vor seinem Release. Er plaudert aus dem Nähkästchen und wir wissen das bald einer ansteht. Er freut sich riesig und bestätigt uns, dass sie wirklich gut geworden ist, aber vor allem, dass er sein Bestes gegeben hat. Aufgeregt vor dem Release selbst sei er nicht, nur was seine Community dazu sagt. Und diese darf sich sowieso freuen. Das nächste halbe Jahr steht viel für den Teenager an. Neue Musik, Festivals und eine Tour.

Musik kommt aus dem Herzen und nicht aus der Fabrik

Das habe ich ihn auch gefragt. Noah: „Alle Songs die ich schreibe, erzählen ’ne Geschichte aus meinen Leben. Die Musik die ich mache ist etwas total Persönliches, was ich von mir freigebe, weil es innerste Emotionen sind, oder Geschichten. Musik kommt aus dem Herzen und nicht aus der Fabrik. Es steht hinter jeden Song eine Story oder ein bestimmtes Gefühl.“

Noah, ein super entspannter Junge, der nicht auf den Mund gefallen ist, mit engelsgleicher Stimme. Wir durften uns selbst überzeugen und exklusiv bei seiner Probe reinhören. Klick aufs Video und sei dabei, wenn Noah-Levi Justin exklusiv für Terminal Y ein Ständchen singt.

Von Lea Bohlmann

Bildnachweis: Nastia Herzog

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