Kino: Dafür werden Filme gemacht? 

Kino. Dafür werden Filme gemacht. So lautete der Slogan, der letzten großen deutschlandweiten Pro-Kino-Kampagne, die 2006 ins Leben gerufen wurde. Doch wie steht es heute, neun Jahre später, um die schätzungsweise 1.630 Kinos in Deutschland? Kann das Kino in einer Zeit, in der Video-on-Demand-Webseiten die neuesten Blockbuster kostenlos im Internet zur Verfügung stellen, überhaupt weiter bestehen? Heute, am 14. April 2015 ist es so weit – das kommerzielle Kino hat Geburtstag und wird 121 Jahre alt. Doch ähnelte der erste kommerzielle Kino-Salon, der 1894 am New Yorker Broadway eröffnet wurde, kaum dem Kino wie wir es heute kennen. Damals war Kino kein Gemeinschaftserlebnis, welches man bequem mit einer Tüte Popcorn auf roten Stoffsesseln genießen konnte. Der erste Kino-Salon bestabd aus zehn Kinetoskopen, Schaukästen, in denen verschiedenen Filmstreifen in Dauerschleife abgespielt wurden. Durch eine Schauspalte konnte jeweils ein Besucher die Kurzfilme gegen einen Eintrittspreis von 25 Cent ansehen.

Viel hat sich seitdem verändert. Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts entstanden in den Großstädten pompöse Kinosäle, welche Theatern nachempfunden wurden. 1928 wurde der erste Spielfilm mit Ton einem Publikum präsentiert. Auch die Idee, Filme in 3D auszustrahlen entstand schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Doch in den letzten Jahren blieben Innovationen aus. Und auch die Besucherzahlen fallen seit dem Rekordjahr 2001, in welchem die deutschen Kinos laut der Filmförderungsanstalt (FFA) rund 178 Millionen Menschen begrüßen durften, rapide ab. 2014 wurde nun der bisherige Tiefpunkt erreicht. Nur 121,7 Millionen Menschen besuchten im vergangenen Jahr die deutschen Kinos und sorgten für einen Umsatz von 980 Millionen Euro. In den Vorjahren lag dieser Betrag nie unter einer Milliarde Euro. Und zum Vergleich: 1956 wurden allein in der Bundesrepublik noch über 800 Millionen Kinotickets verkauft!

Ist die Ära des Kinos also nun nach nicht mal ganz 121 Jahren auf dem absteigenden Ast und in weiteren 121 Jahren nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden? Die Meinungen darüber dürften auseinander gehen. Doch mindestens einen Vorteil hat das Kino gegenüber den illegalen Streaming-Portalen: Die einzigartige Atmosphäre. Dafür steht Kino nämlich immer noch.

Zudem besteht die Möglichkeit, dass Kino in Zukunft noch mehr auf Spezialeffekte setzt. In 4D-Kinos beispielsweise werden zum Film passende Duftstoffe in den Kinosaal geleitet, zusätzliche Schauspieler agieren vor der Leinwand, künstlicher Regen oder Nebel wird produziert oder die Zuschauerränge bewegt. In Korea wurde der Erfolgsstreifen „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2009, Regie: James Cameron) unter Anwendung dieser zahlreichen Spezialeffekte mit großem Erfolg präsentiert.

In Zukunft wird Kino also auf neue Innovationen setzen müssen, um im Wettbewerb der unzähligen Freitzeitmöglichkeiten, die uns in dieser schnelllebigen Zeit geboten werden, weiter zu bestehen. Hoffen wir, dass es trotz allem seinen etablierten Charme nicht verliert.

Von Kim von Ciriacy

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