Ein Unkraut ist eine Blume, die am falschen Ort wächst

Als Fehlerhafteste von allen Fehlerhaften gibt es für Celestine keinen Ort der Sicherheit, da jeder ihr Gesicht kennt. Für die anderen Fehlerhaften ist sie ein leuchtendes Symbol der Hoffnung für eine bessere Zukunft. Celestine hat der perfekten Welt der Gilde einen ordentlichen Kratzer verpasst und gibt nicht auf, bis alle Schandtaten an die Öffentlichkeit gelangen.

Celestine ist wie Unkraut in der perfekten Welt. Unkraut ist eine Blume, die am falschen Ort wächst, so hatte es ihr Opa immer erklärt.

Traue niemand! Das ist die oberste Regel die Celestine von ihrem Großvater immer wieder von neuem zu hören bekommt. Als Carrick Celestine aus der Patsche hilft, vertraut sie ihm blind und folgt Carrick in unbekanntes Terrain. Zuerst wiegt sich Celestine in Sicherheit, doch der Betrug lässt nicht lange auf sich warten. In letzter Sekunde wird ihr von einer unerwarteten Partei eine helfende Hand gereicht und Celestine wird erneut mit der Frage konfrontiert: Wem kann sie wirklich trauen?

Wem kann man wirklich trauen?

Nach der groben Enttäuschung und den vernichtenden Schlägen ihrer Mitmenschen, ist Celestine verunsichert und wütend. Sie fasst den Entschluss, dass es an der Zeit ist, zurück zu schlagen und jegliche Möglichkeiten zu nutzen, die sie hat, um die Untaten Crevans zu enthüllen. Angefangen damit, dass sie sich einen Anwalt zulegt.

Sollte Crevan sie jemals in die Fänge bekommen ist es endgültig aus für sie. Da macht es die Situation auch nicht besser, dass alle Personen, die von dem sechsten Brandmal wissen, nach und nach spurlos verschwinden. Celestines einziger Hoffnungsschimmer und Rettung ist in dem Besitz ihrer teuflischen Whistleblowerin Mary May. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und um das nackte Überleben.

Nach Flawed, nun Perfect: Es geht packend weiter

Bereits in „Flawed“ hat es Cecelia Ahern geschafft ihre Leser mit spannenden Szenen in den Bann zu ziehen. Aufgrund des leichten Cliffhangers am Ende des ersten Teils, war es nicht anders zu erwarten, als dass man mit voller Vorfreude und gespannten Nerven an den zweiten Teil herangeht. Der Nervenkitzel lässt nicht lange auf sich warten. Packend geht es in die zweite Runde mit „Perfect – Willst du die perfekte Welt?“

Ich fand es im ersten Band sehr gut, dass Celestine ihrem Charakter treu geblieben ist und nicht wie in so vielen andern Büchern automatisch zu einer selbstbewussten Führungsposition wurde. In „Perfect“ kann man eine eindeutige Charakterentwicklung von Celestine mit verfolgen. Sie entwickelt sich von dem kleinen Mauerblümchen, welches am liebsten die Zeit zurück drehen würde, zu einer starken jungen Frau. Je mehr Niederlagen sie einstecken muss, desto stärker geht sie als Resultat daraus hervor.

Man könnte Celestine mit einem Phönix vergleichen, welcher aus seiner eigenen Asche empor steigt und im Nachhinein umso prächtiger ist. Celestine ist es nicht gewohnt, dass sie die volle Verantwortung tragen muss und fühlt sich sichtlich unwohl in der Rolle als Vorbild. Erst als sie die Nase voll davon hat wie ungerecht die Situation nicht nur für sie ist, sondern für alle Fehlerhaften, fasst sie Selbstbewusstsein und schreitet zur Tat.

Spannende Story mit viel Gelegenheit zum Nachdenken

Ebenso wie „Flawed“ spricht „Perfect“ Themen an, welche zum nachdenken einladen. Neben der Machtkorruption und der Frage nach Moral befasst sich der zweite Teil mehr mit der Frage des Vertrauens. In dem Roman muss Celestine auf schmerzhafte Weise mehrmals erfahren wie es ist, von Leuten hintergangen zu werden, denen sie vertraut hat. Zugleich erhielt sie aber auch Hilfe von Parteien von denen man es nicht erwartet hätte, wodurch ihr gesamtes Bild „wem kann ich vertrauen“ ins Wanken geriet.
Es gibt Momente wo man sich mit einer Person auf besonderer Ebene verbunden fühlt und von vorne rein ein tiefes Gefühl der Vertrautheit vorhanden ist. Jedoch ist Vertrauen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Vertrauen muss man sich erarbeiten, da man, wenn man einer Person sein Vertrauen schenkt, sich verletzbar macht.

Das Buch ist ein reines Lesevergnügen. Wer die Finger nicht von „Flawed“ lassen konnte, der sollte sich definitiv dem zweiten Teil widmen. „Perfect – Willst du die perfekte Welt?“ verspricht eine mitreißende Storyline und zahlreiche Passagen wo man als Leser in den vollen Genuss des Mitfieberns kommt.

Text und Bild von Alina Pfänder

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