Was isst die Welt zu Weihnachten? Über KFC, Hangikjöt und Picana

Ente oder Gans mit Rotkohl und Klößen. Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat. Omas von Herz gemachtes Frikassee. Das sind Gerichte die besonders zu Weihnachten bei den Deutschen gerne auf den Tisch kommen. Was isst man in anderen Ländern gerne zum Weihnachtsfest?

Im Land der Wikinger

In Island geht es sehr herzhaft durch die Weihnachtszeit. Das Laufabraud, auch Schneeflockengebäck genannt, ist typisch für Island. Das in Öl gebackene Fladenbrot wird mit Mustern und anderen Ornamenten verziert. Und manche ähneln stark einer Schneeflocke. Neben dem Brot sind geräucherte Speisen wie das „Hangikjöt“ weit verbreitet. Hangikjöt ist geräuchertes Lammfleisch und bedeutet Hängefleisch, da es lange im Küchenhaus hängt. Als Nachspeise gibt es selbst gekochten Milchreis, in dem eine Mandel versteckt wird. Das Kind, welches die Mandel findet, bekommt ein Zusatzgeschenk.

Joyeux Noël

Bei unseren französischen Nachbarn kommt so einiges auf den Tisch. Von Meeresfrüchten wie Austern und Hummer bis zu dem traditionellen Truthahn mit Kastanien. Aber auch Kapaun mit Pflaumen ist für viele Franzosen das typische Festessen. Kapaune sind kastrierte Hähne mit besonders zartem Fleisch. In Frankreich heißen sie „chapons“. Zum Nachtisch gibt es den Bûche de Noël. Der Weihnachtskuchen ähnelt optisch einem Holzscheit.

Down under

Im Down Under liegt Weihnachten mitten im Hochsommer. Für uns in Deutschland mit Schnee, Dunkelheit und Kälte kaum vorstellbar. Zu den sommerlichen Temperaturen passt einfach keine Gänsekeule mit Rotkohl und Knödeln. Deswegen stehen die Australier an Heilig Abend im Garten am Grill und veranstalten Barbecues. Oder sie gehen in Parks picknicken oder zum Strand baden. Traditionell gibt es hier aber auch einen Truthahn und den englischen Plumpudding mit Trockenfrüchten.

Weihnachten für Pärchen

Die Süd-Koreaner feiern traditionell kein Weihnachten. Es ist dort auch kein Fest der Familie. Die Leute in Südkorea gehen mit Freunden zum „Christmas Dinner“ oder zu „Christmas Parties“. Pärchen feiern Weihnachten eher wie den Valentinstag und gehen romantisch essen. Da in Korea Weihnachten keine lange Tradition hat, bieten Restaurants Weihnachtsmenüs mit westlichen Festspeisen an. Die Bäckereien haben trotzdem viel zu tun, da die Koreaner gerne bunt verzierte Weihnachtskuchen zu der Zeit essen.

Fast Food als Festmahl

In Japan hat das Weihnachtsfest auch keine lange Tradition, da das Land buddhistisch geprägt ist. Doch das kommerzielle Weihnachten wurde schnell beliebt. Die Japaner feiern Weihnachten auch nicht typisch. Japanische Familien gehen am 24. Dezember in einen KFC, um dort zu essen. 1974 startete KFC die Marketingkampagne „Zu Weihnachten Kentucky“. Erfolgreich bis heute zieht es Familien an Heilig Abend in die Fast-Food-Kette. Habt ihr schon mal in einem Fast Food Restaurant einen Tisch bestellt? Die meisten Tische in den KFCs sind schon Anfang Dezember reserviert.

Über offener Flamme gegrillt

Auch in Südafrika kennt man keine weiße, kalte Weihnacht. Dort sieht es ähnlich wie in Australien aus. Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein genießt man das Braai. Braai ist das afrikanische Barbecue. Das Fleisch wird über einer offenen Flamme zubereitet. Am besten lässt sich das Braai am Strand mit Freunden genießen.

Eintopf zum Festtag

Typisch in Bolivien gibt es zu Weihnachten „Picana“. Das ist ein deftiger Eintopf aus drei bis fünf verschiedenen Fleischsorten. Die Suppe aus Huhn, Rind und Lamm köchelt den ganzen Abend vor sich hin. Dazu gibt es Kartoffeln und Mais. So beliebt wie der Stollen bei uns ist, sind es in Bolivien die „Panetones“. Das ist ein Gebäck mit Rosinen- oder Nussstücken.

Wenn die Gänsekeule, das Frikassee oder die Wiener Wurst mit Kartoffelsalat zu langweilig wird, könnt ihr euch an anderen traditionellen Weihnachtsessen probieren. Und schmecken wie der Rest der Welt an Weihnachten schlemmt.

Von Tim Scharmacher

Bildnachweis: Von Alison Marras [Lizenz] via unsplash.com

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