Tod eines Basilikums: Wie man richtig mit Küchenkräutern umgeht

Sonnenstrahlen scheinen durch das offene Fenster. Die Gardine weht leicht im Wind. Der Kaffee verbreitet seinen herrlichen Duft in der ganzen Küche. Der Morgen scheint perfekt. Doch was ist das? Schreckhaft springen die müden Augen auf. Das Herz fängt an wie wild zu rasen.

Der vor drei Tagen gekaufte Basilikum hat Suizid begannen. Und du hast keine Ahnung warum. Lag es vielleicht am Leitungswasser? Am fehlendem Sonnenschein? Oder war der Basilikum vielleicht einfach bloß depressiv?

Erst vor kurzem musstest du seinen Vorgänger beerdigen. Du schenktest ihm deine Liebe. Du hast das kleine Kräutlein gehegt und gepflegt und dann das! Schon wieder. Vertrocknete Blätter regnen auf die Fensterbank. Die sonst so saftig grünen Stängel hängen braun und ausgedörrt runter. Aber wieso?

Du hast ihn von seiner einengenden Folie befreit und ihm dafür einen schönen Blumentopf spendiert. Den besten Platz auf der Fensterbank mit reichlich Sonnenlicht hat er bekommen. Du hast ihn täglich gegossen. Er hatte alles, was er brauchte.

Ich, der Küchenkräuterkiller

War es vielleicht zu viel? Aber von was? Liebe, Luft, Wasser und Sonnenschein? Bei genauerer Betrachtung fällt dir ein ekeliger weißer Flaum auf der Erde auf. Schimmel? Hat dein Basilikum sich eventuell gar nicht selbst das Leben genommen? Ist die Küche gerade zum Tatort geworden? Hast DU ihn getötet?

Schockiert fährst du dir durch die Haare. Hast du ihn ertränkt? Doch das tote Grünzeug sieht eher so aus, als wäre es verdurstet. Lag es überhaupt an der Wasserzufuhr oder doch an etwas anderem? Kann man beim Gießen viel falsch machen?

Nicht über die Blätter gießen. Pflanzen trinken durch die Wurzeln

Die Antwort ist einfach: Ja, man kann. Zu viel Wasser ist bekanntlich nicht immer die beste Lösung für eine Pflanze. So auch für den Basilikum. Das Küchen-Kraut ist ein durchaus anspruchsvolles Gewächs. Basilikum mag es gar nicht, wenn man ihn von oben gießt. Viel lieber hat er es, wenn man ihm das Wasser von unten in den Topf füllt und er es dann über die Wurzelspitzen aufnehmen kann.

Nicht die Schutzfolie direkt abreißen. Kräuter mögen keinen Tapetenwechsel

Außerdem ist die Atmosphäre für den Basilikum ausgesprochen wichtig. Tapetenwechsel fallen ihm nicht leicht. Im Supermarkt wird er mit nützlichen Plastikfolien verkauft. Da man als Käufer die nicht ganz so hübsch findet, entfernt man sie zu Hause sofort. Ein tödlicher Fehler. Täglich sollte 1cm von dem Folienrand abgeschnitten werden. Das hilft dem Basilikum dabei, sich in seinem neuen Heim wohl zu fühlen.

Die richtigen Blätter ernten. Damit neues Grün nachwachsen kann

Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem du aus dem grünen Gewächs eine Zutat machen möchtest .Wenn es soweit ist solltest du nur die großen Blätter benutzen. Denn wenn der Basilikum radikal gestutzt wird, hat er keine Chance mehr zum Nachwachsen. Also die kleinen Blätter am Leben lassen, sodass er sich wieder erholen kann.

Wenn alles verloren scheint, kann dennoch ein letzter Versuch der Wiederbelebung gestartet werden. Alle vertrockneten Blätter werden entfernt. Die übrig gebliebenen zwei bis drei Stängelchen werden in einem neuen Topf mit frischer Erde gepflanzt. Wie der Phönix aus seiner Asche, soll sich der Basilikum erheben und von neuer Pracht strotzen.

Text und Bild: Alina Pfänder

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