Marathon: Die sieben extremsten Marathons der Welt

Spaß trotz Schmerz: Die sieben extremsten Marathons der Welt

Der Laufsport ist in. Überall auf der Welt lieben es die Menschen zu laufen. Beim Laufen hat jeder seine persönliche Herausforderung, von der lockeren Runde durch den Stadtpark bis zum extremen Eiswüsten-Marathon.

Spaziert man an einem regenfreien Nachmittag durch die Parks deutscher Großstädte, fällt schnell auf: man wird permanent von joggenden Menschen überholt. Ob jung oder alt, dick oder dünn – Joggen ist Volkssport. Statt Geld für ein Fitnessstudio zu bezahlen, muss man sich hierfür ja auch lediglich ein Paar Turnschuhe anziehen und ab geht es in die Natur (oder zumindest den Stadtpark), ein paar Runden drehen.

Nach durchschnittlich 30 bis 40 Minuten reicht es den meisten Hobbyläufern – doch so manch ein ambitionierter Läufer sucht die größere Herausforderung. Bei Lauf-Wettkämpfen messen sie sich mit anderen Joggern und mit sich selber. Immer schneller und immer länger werden die Läufe, von fünf Kilometern bis hin zum Marathon. Diese 42,195 Kilometer lange Distanz zurückzulegen ist zwar eine enorme körperliche Herausforderung, die viel Disziplin erfordert, aber längst keine Seltenheit mehr ist. Mehr als 100.000 Menschen durchlaufen mittlerweile jedes Jahr die Ziellinien der verschiedensten Marathon-Wettkämpfe allein in Deutschland.

Den Weltrekord für den schnellsten Marathon-Lauf hält der Kenianer Dennis Kimetto, er lief den Berlin-Marathon 2014 in 2 Stunden und 3 Minuten. Vom ersten Marathon bis zum Weltrekord vergingen allerdings rund 2500 Jahre. Seinen Ursprung findet der heute bekannte Marathon-Lauf im alten Griechenland. Im namensgebenden Örtchen Marathon, das 40 Kilometer östlich von Athen liegt, griffen damals persische Truppen die griechische Armee an. Die Griechen siegten, und um diese frohe Botschaft zu verkünden, rannte der griechische Läufer Pheidippides die ganzen 40 Kilometer bis nach Athen. „Freut euch, wir haben gesiegt“, sagt er nach seiner Ankunft in Athen noch – dann brach er vor Erschöpfung tot zusammen.

Die 42,195 Kilometer verdanken wir dem englischen Königshaus

Als 1896 die ersten olympischen Sommerspiele stattanden, wollte man an dieses historische Ereignis erinnern. Deshalb gab es die Disziplin Marathon-Lauf, bei der eine Strecke von etwas weniger als vierzig Kilometern zurückzulegen war – der Gewinner schaffte es schon damals in nur 2 Stunden und 58 Minuten. Bei den Sommerspielen im Jahr 1908 in London war der Marathon-Lauf dann erstmals 42,195 Kilometer lang. Das hatte keine sportlichen Gründe: man legte die Strecke nur deshalb so, damit die englische Prinzessin den Start von ihrem Fenster im Windsor-Palast aus beobachten konnte.

Wer einen Marathon laufen möchte, sollte keinesfalls einfach losrennen wie der Grieche Pheidippides damals – immerhin ist er nach dem Lauf ja auch gestorben. Der Körper muss sich konditionell auf diese enorme Distanz einstellen und auch die Muskeln sollten entsprechend ausgebildet sein. Nicht zu vergessen ist auch die Belastung für die Gelenke. Die knapp 42,2 Kilometer sind nur etwas für geübte Läufer, mindestens sechs Wochen hartes Training wird vorausgesetzt. Wer einmal einen Marathon geschafft hat, kann wirklich stolz auf sich sein. So manchen Extremsportler packt erst danach so richtig der Ehrgeiz. Wenn ein Marathon kein Problem mehr ist, werden die Ziele höher gesteckt. Das sind die härtesten, extremsten und verrücktesten Läufe und Wettkämpfe der Welt:

Frostig: der Antarctic Ice Marathon

Nichts für Schönwetterläufer ist der Antarctic Ice Marathon am Südpol. Die Natur ist dabei der härteste Gegner der Teilnehmer – Temperaturen von durchschnittlich minus 20 Grad, eisige Winde und Schneestürme sind an der Tagesordnung, wenn es gilt, die 42,2 Kilometer lange Strecke zurückzulegen. Wer glaubt, die Kälte und die Höhe von 700 Meter über dem Meeresspiegel seien ein Kinderspiel, hat schlechte Karten. Teilnehmer der vergangenen Jahre haben für diesen Lauf sogar in XL-Kühlschränken trainiert und laut der offiziellen Gepäckliste sind mindestens drei Paar Wollsocken und Fleece-Unterwäsche Pflicht. Streckenrekordhalter ist der Tscheche Petr Vabrousek, er kämpfte sich in nur 03:34 Stunden durch die Eiswüste.

Gefährlich wild: der Safaricom Lewa Marathon

Lauf mit den Löwen beim Lewa Marathon – mitten durch ein ostafrikanisches Wildreservat führt die Marathonstrecke, die jedes Jahr mehr als tausend Läufer zurücklegen. Der Lewa-Marathon gilt als einer der spektakulärsten Läufe weltweit: die Läufer rennen mitten durch Herden von Rhinozerossen, Elefanten und den berühmt-berüchtigten Cape-Büffeln. Die stete Angst vor Tierangriffen, die Temperaturen von ca. 32 Grad sowie die Höhe von 1700 m.ü.M. machen den Lewa-Marathon zu einer extremen Herausforderung selbst für die weltbesten Läufer.

Extrem heiß: der Badwater Ultrathon

217km lang einfach nur rennen: das muss man beim Badwater Ultrathon im Death Valley in Kalifornien. Bei Temperaturen von über 50 Grad gilt es, insgesamt 4000 Höhenmeter zu überwinden. Erstmals bezwang die Strecke der Amerikaner Al Arnold im Jahr 1977 nach monatelangem Training in der Sauna, er benötigte allerdings 80 Stunden dafür. Mittlerweile gibt es Urkunden für alle Teilnehmer, die den Badwater Ultrathon in maximal 60 Stunden absolvieren, wer es in unter 48 Stunden schafft, bekommt eine Gürtelschnalle.

Unglaublich lang: der Triple Ultra Triathlon

Klingt gefährlich und ist es auch: Ganze drei Ultra-Triathlons legen die Teilnehmer des Triple-Ultra-Triathlon in Lensahn, Deutschland, zurück! Ein einzelner Ultra-Triathlon besteht schon aus 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,2km Laufen. Dieses Jahr findet das Event im Juli statt und ist wohl nur für Ausdauer-Wunder zu bewältigen. Um 07:00 Uhr morgens ist Startschuss – einen Tag später ab 17:00 Uhr werden die ersten Zieleinläufe erwartet.

Fast nicht machbar: der Enduroman Arch to Arc Triathlon

140km von London bis an die englische Küste rennen, dann 33,8km zur französischen Küste schwimmen, anschließend 289km bis zum Arc de Triomphe in Paris radeln. Das klingt extrem und ist es auch: der härteste Wettkampf der Welt. Nur 18 Athleten haben die Strecke jemals komplett absolviert, darunter eine einzige Frau. Bislang hält der Australier John van Wisse den Streckenrekord – 61 Stunden war er unterwegs. „Es gibt nichts, was härter ist“, sagte er nach dem Rennen. Das glaubt man dem 41jährigen Extremsportler aufs Wort.

Laufen mit Promille: der Marathon du Médoc

Laufen und Saufen – das steht beim französischen Médoc-Marathon auf dem Programm. Die 42,2km führen vorbei an 55 Weingütern, wo die Läufer selbstverständlich rasten und kosten müssen. Nicht nur Ausdauer sollte man deshalb mitbringen, sondern auch ziemlich trinkfest sein – die erste Weinprobe erwartet die Teilnehmer schon ein paar Meter nach dem Start. Als wäre das noch nicht verrückt genug, müssen sich die Médoc-Läufer auch noch kostümieren – klar, dass das Event jährlich über 8.000 Marathon-Begeisterte anlockt.

Berglauf ohne Berg: der Mount Everest Treppenmarathon

Den Mount Everest zu besteigen ist der Traum vieler Extremsportler, doch leider bleibt er oft unerreicht. Die Lösung liegt in Sachsen: dort findet jährlich der Mount Everest Treppenmarathon in Radebeul-Oberlößnitz statt. Runde um Runde müssen die Teilnehmer dabei treppauf, treppab die sogenannte Spitzhaustreppe laufen, insgesamt 84,4 Kilometer legen sie dabei zurück. Und am Ende haben sie 8848 Höhenmeter geschafft – so hoch ist der Mount Everest. Der sächsische Lauf gilt damit als härtester Treppenlauf der Welt.

Von Pauline Schnor

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