#heimkommen: Oma Violetta erschießt den Edeka-Opa

Ein einsamer Opa täuscht den eigenen Tod vor, um seine Familie an Weihnachten an einen Tisch zu bekommen. Mit diesem Clip hat Edeka für Aufsehen gesorgt – nicht nur in Deutschland. Jetzt haben Joko und Klaas eine makabre Parodie gedreht.

Mit ihrem neuesten Clip hat die Lebensmittelkette Edeka einen Volltreffer gelandet. In dem Werbespot geht es um einen alten Mann, der an Weihnachten seinen Tod vortäuscht, um seine Familie zu sehen. Seitdem Edeka #heimkommen Online gestellt hat, gab es in den sozialen Netzwerken kaum ein anderes Thema. Und auch in den Medien war die Resonanz überwiegend positiv. Meedia sprach sogar vom „emotionalsten Spot des Jahres“.  Allein in den ersten drei Wochen wurde er mehr als 42 Millionen Mal auf YouTube aufgerufen. Ein virales Meisterwerk, das für die verantwortlichen Kreativen von Jung von Matt nicht besser hätte laufen können.

Doch es gab auch kritische Stimmen. Für die Tageszeitung Die Welt etwa, war das ganze einfach nur „abgrundtief geschmacklos“. Diese Meinung teilen die Moderatoren Joko und Klaas, die Macher der Sendung „Circus HalliGalli“.

Penible Kopie des Originals

Grund genug für die beiden, ihre eigene Interpretation zu drehen. In der Parodie feiert ein alter Mann Jahr für Jahr alleine Weihnachten. Seine Kinder, die mittlerweile rund um den Globus verteilt leben, sind zu beschäftigt. Also verschickt er seine eigene Todesanzeige. In der Annahme, ihr Vater sei tot, kehren sie voller Trauer in ihr Elternhaus zurück. Dort angekommen, stellen sie fest, dass er noch lebt. Bis dahin eine penible Kopie des Edeka-Hits.

Dann die Wendung. Anstatt ihrem Vater voller Freude in die Arme zu fallen, sind die erwachsenen Kinder wütend, beleidigen ihn aufs Übelste: „Du perverser alter Mann“, schreit Olli Schulz den Berliner Star-Friseur Udo Walz an. Er mimt in der Parodie den Edeka-Opa.

Als wäre das noch nicht genug, jagt ihm Oma Violetta – ebenfalls bekannt aus „Circus HalliGalli“ – eine Kugel in den Kopf.

Danach bekannte Bilder. Eine glückliche Familie, die das Weihnachtsfest feiert. Auch hier kommt das Plagiat dem Original zum verwechseln nahe. Nur mit dem Unterschied, dass der alte Mann nicht mit den Feiernden am Tisch sitzt, sondern tot daneben liegt.

Geschmacklos und berechenbar

Ob man den ursprünglichen Spot der Lebensmittelkette nun gut findet oder nicht, die Parodie ist über das Ziel hinausgeschossen. In einem Jahr, in dem auf der einen Seite der islamistische Terror neue Dimensionen erreicht und auf der anderen, wöchentlich Anschläge auf Flüchtlingsheime und deren Bewohner verübt werden, ist ein bedachter Umgang mit dem Thema Tod mehr als angebracht. Und sowieso, ein kaltblütig erschossener Opa unterm Weihnachtsbaum ist das Letzte, was man gebrauchen kann.

Damit ist die Pointe gleichermaßen geschmacklos wie berechenbar. Denn nicht nur das Gespann um Joko & Klaas findet die Idee, den eigenen Tod vorzutäuschen, fragwürdig. Vielen Zuschauern erging es ähnlich. Der ein oder andere hätte seinen Vater sicherlich zurechtgewiesen, wenn er seinen Tod inszeniert hätte. Eine Rechtfertigung für diese Parodie ist doch auch das nicht.

Den beiden Moderatoren kann das egal sein. Ihr Clip wurde bereits mehr als eine Million Mal auf YouTube angeklickt, wird in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert und auch die Medien berichten. Und daran werden die Beiden schließlich gemessen: an ihrer Reichweite.

Von Maximilian Haag 

Bildnachweis: Screenshot YouTube

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