Die Bubble-Tea-Story: Deutschlands kürzester Trend

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an das Modegetränk von 2010: Bubble Tea oder auch Pearl Milk Tea oder Boba genannt. Bubble Tea basiert auf gesüßtem Grün- oder Schwarztee, zu dem Milch und Fruchtsirup hinzugefügt werden. Die Zubereitung gleicht einem Milchshake, weshalb sich beim Mischen der Zutaten eine Schaumkrone bildet – Bubbles eben.

Und dann kommen noch die farbigen Kügelchen dazu, die Pearls (chinesisch: Boba). Sie machen aus dem Bubble Tea das, was ihm 2010 zum Durchbruch in Deutschland verhalf, denn die Kügelchen geben das besondere Mundgefühl und sind ein wichtiger Geschmacksbestandteil, weil sie beim Zerbeißen platzen und ihre flüssige Füllung freisetzen.

Es gibt verschiedene Sorten dieser Perlen: Jelly-Bubbles aus Gelee oder Tapioka-Bubbles aus stärkehaltigem Maniok oder die Popping Boas, die aus Algenstärke (Alginat) bestehen, welche mit einem flüssigen Fruchtsirup gefüllt werden.

Der große Hype um Bubble Tea entstand in Deutschland 2010 und in der Folge gründeten sich binnen weniger Monate Hunderte von Bubble-Tea-Läden. Man hatte den Eindruck, überall wuchsen die Bubble Tea Stores wie Pilze aus dem Boden. 2012 stieg selbst Restaurant-Marktführer McDonald’s in das Bubble-Tea-Geschäft ein.

Wo sind die Bubble Teas geblieben?

Wie kam es, dass ein solcher Trend binnen kurzer Zeit verschwand? Selten kann man das Ende eines Trends so klar bestimmen, wie im Falle der Bubble Teas. Am 22. August 2012 – gute zweieinhalb Jahre nach Start der Bubble-Tea-Story in Deutschland – veröffentlichte die Rheinische Post einen Artikel, in dem berichtet wurde, dass Forscher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) aus Aachen den Inhalt der Bubbles untersucht hätten. Man zitierte einen der Forscher mit den Worten, in Bubble sei jede Menge Dreck drin.

Gift im Bubble Tea? Ende des Booms!

Dass Bubble Tea nicht gerade gesundheitsfördernd ist, hatte auch vorher niemand behauptet. Jetzt aber hieß es: Bubble Tea macht krank! Dabei wurden die Untersuchungsergebnisse nie richtig veröffentlicht und auch von offizieller Stelle gar es kein Verbot oder eine Warnung vor dem Genuss von Bubble Tea. Eine Aussage, die niemals bewiesen wurde, legte eine ganze Branche lahm. Ein guter Beleg für die Macht der Meinung, was wir heute gerne als Fake News bezeichnen.

Mittlerweile ist es dokumentiert, dass die Kügelchen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten. Dennoch ist der Bubble-Tea-Trend so schnell zu Ende gegangen, wie er begonnen hat. mittlerweile gibt es kaum noch Gelegenheit, sich einen Bubble Tea zu gönnen. Wer heute in Berlin Lust auf einen Bubble Tea hat, findet z.B. eine BoboQ-Filiale am Alexanderplatz und kann sich weiterhin eine von unzähligen Geschmacksrichtungen aussuchen.

Von Melina Rudigkeit

Bildnachweis: Von Liwe-photos Photography [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

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