Die Angst, aufgegessen zu werden: Studenten im Auslandssemester

Berlin, ick hab keen Bock mehr auf dir! Naja, so ganz wird das vermutlich nicht stimmen. Aber wir Studenten wollen anscheinend immer irgendwie weg. Erstmal von Zuhause, also gehen wir nach Berlin, aber wenn uns dieser Teil der Welt nicht mehr reicht und wir oft genug im Berghain getanzt haben, zieht es uns ins Ausland. Aber wohin genau?

Heutzutage trifft es fast jeden: das Auslandssemester. Es macht sich ziemlich gut im Lebenslauf. Du hast Erfahrungen gesammelt, musst offensichtlich Englisch recht passabel beherrschen und kannst gut mit neuen Situationen umgehen. Neudeutsch gesprochen sind das gute Skills, die man während eines Auslandssemesters entwickelt.

Aber die Kirschen auf der Sahnetorte, die der zukünftige Arbeitgeber vernaschen will, sind Erfahrungen, die man an eher ungewöhnlichen Orten gesammelt hat. Es klingt komisch, aber Städte wie London, Paris und Barcelona sind von gestern. Also out, genau wie Tattoo-Ketten, wobei das auch schon wieder fragwürdig ist. Aber generell gehen die Trends in Richtung Asien oder Türkei, das Tattoo-Ketten-Dilemma müsste man woanders nochmal erörtern.

Die Angst, aufgegessen zu werden

Meine Lieblingsfrage: Wovor hast du Angst im Ausland? Ja, normalerweise sind wir ja alle mutige und breit gebaute Studenten, die keine Angst vor gar nichts haben. Aber falls sich der eine oder andere doch mit dieser Frage angesprochen fühlt, keine Sorge: Du bist nicht allein. So sagte mir eine Studentin, sie hätte Angst aufgegessen zu werden, sich zu verlaufen und dass ihre Erwartungen nicht erfüllt würden.

Das mit dem Verlaufen kam überraschender Weise öfter: „Ich habe Angst davor, dass ich mich verlaufe und keinen Empfang mehr habe. Nein ohne Scherz, ich liebe es, Neues zu entdecken und dafür gehe ich auch einfach gerne mal los, schaue mir Umgebung und Natur an. Dabei habe ich mich schon oft verfranzt, doch bisher habe ich immer zurück gefunden und dabei interessante Dinge entdeckt.“ Eine andere Antwort war, „keinen Anschluss zu finden und dass etwas schlimmes daheim passiert und man nicht zurück kann.“ Also ist es auch emotional oft nicht einfach, eine lange Zeit im Ausland zu verbringen.

Die Weltenbummler unter uns zeigen aber keine Scheu, eine schöne und ermutigende Antwort war: „Ich habe keine Angst, klar kann dir im Ausland etwas passieren. (Du wirst vom Auto überfahren, triffst irgendwelche Idioten, die nichts Gutes mit dir vorhaben oder ein schlimmer Blackout nach zu vielem Feiern!) Aber dir kann auch etwas Zuhause passieren oder wenn du im Urlaub bist. Über die Angst denke ich nicht oft nach. Manchmal kannst du an einem falschen Zeitpunkt an einem falschen Ort sein. Ich freue mich einfach nur auf mein Auslandssemester und es wird eine aufregende Zeit“. Also vamos, meine Freunde!

Dinge die du an Berlin vielleicht doch vermissen wirst

“Meine Lieblingsmenschen und den Kaffee im Fleury” sind zwei Sachen, die eine Studentin missen wird. Aber nicht nur das, andere werden die Pizza vom Schlesi, die verrückten Menschen, die Schlaflosigkeit (nicht überall lässt es sich bis 15:00 Uhr feiern), die Öffis und die Spätis, die Freunde, die direkte Berliner Art und die WG vermissen. Aber vor allem werden wir nicht vergessen, dass Berlin unser Zuhause geworden ist, egal, wo wir uns rumtreiben. Also keene Panik jetzte, wir komm‘ ja wieda, wa!

Von Lea Bohlmann

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