Suchmaschinen: Dank strukturierter Daten direkt antworten

Wie Google mit strukturierten Daten eigene Produkte baut (und Intermediäre ausschaltet)

Strukturierte Daten für Websites sind eine gute Idee. Durch Verwendung einer global einheitlichen Ontologie (Menge an Begrifflichkeiten, mit denen Anwendungsprogramme Wissen formalisiert austauschen können) sind Inhalte klarer definiert. Bereits 2011 wurde so auf Betreiben großer Suchmaschinen das Projekt schema.org gestartet.

Vor allem in den letzten zwei Jahren werden strukturierte Daten, wie sie schema.org anbietet, immer wichtiger, speziell um bei Google gut in den organischen Suchergebnissen gelistet zu werden. Denn Google baut die Darstellung seiner Ergebnislisten aus: Rich Snippets, Rich Cards und Knowledge Graph sind die Stichworte.

Wer also Inhalte hat, die in einem Wettbewerbsumfeld stehen (und welche Inhalte von Relevanz tun das nicht?), war in den vergangenen Jahren gut beraten, sein Webprojekt durchgängig mit strukturierten Daten aufzuwerten. Google stellte fürs Testing des structured data markup eigens ein Tool zu Verfügung.

Im Mai hat Google nun die Job Search auch in Deutschland gelaunched. Ähnlich wie Nachrichten oder Bilder werden Jobangebote jetzt in den Suchergebnissen durch Google aufbereitet und als organisches Ergebnis gezählt. „Entgegen der meisten anderen Integrationen vertikaler Suchmaschinen verlinken die Treffer nicht auf eine externe Seite, sondern der Nutzer bleibt im Google-Produkt und erhält die Stellenanzeige direkt in Google Jobs angezeigt“, erläutert Johannes Beus, Gründer des SEO-Spezialisten Sistrix, in einem Beitrag.

Welchen Einfluss das auf die Rankings hat ist dabei recht klar: Innerhalb einer Woche ist Google Marktführer in der Online-Jobsuche, was das Ranking bei Google angeht. Und funktionieren tut das nur, wegen strukturierter Daten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Was ist das Ziel, das dahinter liegt? Es gibt Anbieter von Leistungen (z.B. Unternehmen, die Jobs ausschreiben). Es gibt Nachfrager von Leistungen (z.B. Menschen, die nach einer neuen beruflichen Perspektive suchen). Und es gibt was dazwischen, was Anbieter und Nachfrager verbindet. Diese dazwischen nennt man Intermediär. Bis hierhin also keine Auffälligkeiten.

Fragt sich nur, was man als Intermediär versteht. Die Verlage, die dereinst richtig viel Geld mit Stellenanzeigen gemacht haben und die sich dann nach dem dot.com Boom wieder teuer in diese Märkte einkaufen mussten (siehe Axel Springer und Stepstone) verstehen unter Intermediären einen Mittler, der durch Reichweite Angebote mit Nachfrage in Kontakt bringt. Der Anbieter zahlt für Reichweite und Sichtbarkeit. Was dabei rauskommt? It depends…

Suchmaschinen verstehen unter Intermediären Plattformen, die Anbieter und Nachfrager direkt miteinander verbinden. „Internet intermediaries bring together or facilitate transactions between third parties on the Internet“ (Source: OECD). Entscheidend ist, dass eine Aktion oder Transaktion entsteht, dass also etwas passiert. Das Geld verdient die Plattform auf unterschiedlichen Wegen, aber immer erfolgsabhängig.

Was Google als Internet-Intermediär mit Google for Jobs gerade vorexerziert (und das auf Basis der herrlich strukturierten Daten der Information-Intermediäre) ist die Grundlehre der Digitalisierung: dass es nur und einzig um mehr Effizienz geht. Und die Effizienz heißt hier: Ausschalten der Informationsintermediäre, direkter Kontakt zu den Leistungsanbietern, Profitieren von realisierten Transaktionen.

Von Thomas Becker

Bildnachweis: Von lalo Hernandez [Lizenz] via unsplash.com

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