Postindustrieller Journalismus: Das Spiel ändert sich

Postindustrieller Journalismus: Wie man heute Journalismus macht

Es ist kein Geheimnis, dass ich von Clay Shirky viel halte seit seiner Veröffentlichung von Here Comes Everybody. Jetzt hat Shirky zusammen mit C.W. Anderson und Emily Bell einen Bericht vorgelegt, der unter Creative Commons Licence frei verfügbar ist und sich mit dem Thema „postindustrieller Journalismus“ beschäftigt.

Die Autoren widmen sich der Frage, wie sich Journalismus an die Gegebenheiten der Gegenwart anpassen kann. Der Bericht kann kostenfrei heruntergeladen werden und beschreibt auf gut 120 Seiten wichtige Einsichten.

Zentral sind dabei die fünf Glaubensgrundsätze, an Hand derer Shirky et al das Thema in vier Kapiteln aufarbeiten. Ich zitiere die Core Beliefs im O-Ton und kommentiere sie in eigenen Worten und mit eigenem Verständnis auf deutsch:

  1. Journalism matters (die gesellschaftliche Funktion von Journalismus wird nicht durch Technologie aufgehoben)
  2. Good journalism has always been subsidized (Journalismus darf nicht ausschließlich als Wirtschaftsunternehmen organisiert sein)
  3. The internet wrecks advertising subsidy (Die Finanzierung von Inhalten durch Werbung bricht weg)
  4. Restructuring is, therefore, a forced move. (Ohne neue Strukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle lässt sich Journalismus – z.B. in klassischer Printform – nicht aufrecht erhalten. Aber: Nicht der Journalismus als Funktion muss sich ändern, sondern seine Finanzierung)
  5. There are many opportunities for doing good work in new ways. (Kollaboration, neue Recherchemöglichkeiten, neue Verteilwege etc. bieten enorm viele neue Chancen)

Ein klarer Lesetipp.

Von Thomas Becker

Bildnachweis: Von Yann Le Comte [Lizenz] via unsplash.com

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