Sprachgesteuerte Assistenten: Spielerei oder das next big thing?

An sprachgesteuerten Assistenten wie Siri, Alexa, Cortana oder Google führt aktuell in der Technikwelt kein Weg vorbei. Vor wenigen Jahren noch ein nettes Spielzeug zum Diktieren von Texten, bieten Sprachassistenten heute weitaus mehr. Doch sind sprachgesteuerte Assistenten wirklich hilfreich oder nur NSA-Wanzen, die am Ende nicht wirklich helfen?

Die Entwicklung von Software zur Spracherkennung begann bereits in den 1960er Jahren. Die erstmalig im breiten Markt etablierte sprachgesteuerte Assistentin wurde 2011 von Apple im iPhone 4S unter dem Namen Siri verbaut. Begonnen mit dem simplen Starten von Telefonaten, kann Siri mittlerweile ganze diktierte Rechenaufgaben lösen oder einen fünfminütigen Vortrag über den Sinn des Lebens halten.

Die Konkurrenz steigt ein

Wo Apple einst noch Vorreiter war, folgte 2012 Google mit Google Now (seit 2016 Google Assistant). 2014 stieg auch noch Microsoft mit Cortana und Amazon mit Alexa in den bis dato eher wenig entwickelten Markt ein. Während Cortana derzeit noch die Anwendungsgebiete fehlen und Google Assistant in Form des Google Home aktuell nur in den USA erhältlich ist, ist Amazons Alexa auf dem Vormarsch. Alexa gibt es im Amazon Echo, Echo Dot oder auch Echo Show. Die Hard- und Software wurde bei Amazons Geräten jedoch so exzellent kombiniert, dass die scheinbar futuristische Sprachsteuerung gar nicht nicht mehr so futuristisch ist.

Alles nur Spielerei?

Aufgabenbereiche eines solchen Assistenten sind zum Beispiel Nachrichten vorlesen, Wecker stellen oder Musik abspielen. Alles ausschließlich über die eigene Stimme gesteuert. Das klingt zwar erstmal mehr nach einer großen Spielerei, ist aber durch aus mehr. Wer ab und zu mal bäckt, hat meistens die Hände teigverschmiert. Dann einen bestimmten Song zu finden, ist per Hand teilweise echt mühselig. Beim Zähneputzen früh morgens personalisierte Nachrichten vorlesen lassen –  auch nicht unpraktisch.

Das Herzstück: Smart Home

Besonders nützlich ist die Anwendung aber im Bereich Smart Home. Ob nun Lampen, Heizungen oder gar Steckdosen. Ein einfaches „Alexa, schalte das Licht an“ oder „Hey Siri, heize das Wohnzimmer auf 23°C“ genügt und prompt geht das Licht bzw. die Heizung an, vorausgesetzt man besitzt kompatible Geräte. Wie praktisch dies ist, liegt klar auf der Hand. Wenn mal wieder 6 Stunden Netflix-Marathon angesagt ist, kann es zwischenzeitlich schon dunkel oder kalt werden und somit bleibt der Gang zu Lichtschalter oder Heizung erspart.

Amazon is watching listening to you

Der Luxus, dass das Amazon Echo auf Zuruf arbeitet, birgt natürlich auch Risiken. Immerhin sieben Mikrofone sind non-stop an und lauschen mit. Dieser Prozess findet jedoch, laut Amazon, ausschließlich offline statt und erst wenn das Wort „Alexa“ erkannt wird, wird eine Verbindung zu den Amazon-Servern hergestellt. Dorthin wird dann das gesprochene übersendet, ausgewertet und Alexa äußert  die korrekte Antwort bzw. führt eine gewisse Tätigkeit aus.

Die Entwicklung hat gerade erst begonnen

Sprachsteuerungen werden uns in Zukunft aber nicht nur in direkt dafür konzipierten Geräten begegnen. Auch in Kühlschränken von LG oder Lautsprechern von Sonos wird beispielsweise Alexa bald vertreten sein. Die Strategien der Unternehmen sind hier tatsächlich ein wenig unterschiedlich. Apple setzt (bisher) noch eher darauf, das Menschen ihren persönlichen Assistenten in Form von Smartphone und Smartwatch mobil mit sich führen. Amazon, aber auch Google, sehen ihre Assistenten größtenteils stationär im Eigenheim verteilt.

Inwiefern sprachgesteuerte Assistenten noch mehr in unser Leben reichen werden und ob Systeme wie J.A.R.V.I.S. aus Marvels Iron Man bald zur Standardausstattung gehören werden, wird sich zeigen. Fakt ist, dass die Technik mittlerweile unheimlich präzise arbeitet und durchaus den Alltag erleichtern kann.

Von Adrian Smiatek

Bildnachweis:  Von Mikekuba [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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