Melania Trump: Die steile Karriere der First Lady

Sie hat eine eigene Schmuck-Kollektion, macht gerne Pilates und wird am 20. Januar 2017 die zweite First Lady, die außerhalb der USA geboren wurde. Doch was für ein Mensch verbirgt sich hinter dem schönen Gesicht der Melania Trump?

Donald Trump wird im Januar vorerst alleine ins Weiße Haus ziehen müssen. Melania und der gemeinsame Sohn Barron, der sich nach eigener Aussage in Anzug und Krawatte am wohlsten fühlt, werden in New York bleiben. Der Filius soll erstmal sein Schuljahr beenden. Im 58. Stock des pompösen Trump Towers lebt es sich ja ohnehin viel besser als im verstaubten Flachbau auf der Pennsylvania Avenue. Während Barron, von seinen Eltern liebevoll „Little Donald“ genannt, das gute Leben bereits mit der Muttermilch aufgesaugt hat, wuchs seine Mutter in einfachen Verhältnissen in der jugoslawischen Provinz auf.

 

Geboren wurde sie im April 1970. Ihr Vater verkaufte Autos, die Mutter arbeitete in einer Textilfabrik. Motiviert durch ihre Mutter begann sie zu modeln – und wurde als junges Mädchen entdeckt. Nebenbei beendete sie die Schule und nahm ein Architektur-Studium auf. Lange behauptete sie es abgeschlossen zu haben. Journalisten des Magazins „New Yorker“ fanden später jedoch heraus, dass sie den Uni-Abschluss vorgetäuscht hatte. Mit 18 Jahren unterschrieb sie schließlich ihren ersten Modelvertrag in Mailand. Sie verdiente gutes Geld und hatte es aus dem kommunistischen Jugoslawien auf die Laufstege der europäischen Modemetropolen geschafft. Doch der nächste große Karriereschub blieb aus – bis zu einer Fashion Week Party im Herbst 1998.

Hochzeit als Karrierekick

Trump war seinerzeit noch mit der Schauspielerin Marla Maples verheiratet, erschien auf der Party jedoch mit der norwegischen Kosmetika-Erbin Celina Midefart. Das hielt ihn nicht davon ab der 26 Jahre jüngeren Melania schöne Augen zu machen. Nach einigem Hin und Her und zwischenzeitlicher Trennung lies sich Melania schließlich doch auf Trump ein – und verpasste ihrer Karriere so den ultimativen Kick. Nach sieben gemeinsam Jahren folgte 2005 zuerst die Hochzeit und ein Jahr später die Geburt von Barron.

Dass ihr Mann sie bis heute stets als „mein Supermodel“ bezeichnet und sie bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung bloßstellt scheint sie dabei nicht zu stören, zu mindestens öffentlich hat sie sich auf Nachfrage nicht dazu geäußert. Bei einem Christian Dior Hochzeitskleid im Wert von 100.000 US-Dollar und einem Leben im Elfenbein-Palast kann man eben doch über gewisse zwischenmenschliche Defizite hinwegsehen. Ohnehin sei er nun mal ein sehr kluger und charmanter Mann und sie „keine nörgelnde Ehefrau“.

Schminktipps von der First Lady?

Eine Frage bleibt: Welche Rolle wird sie als erste Frau im Staate einnehmen? Gut, bis dato ist sie skandalfrei durchs Leben gegangen: Keine Party-Exzesse, keine Rosenkriege, nicht mal Alkohol trinkt sie. Doch gleichzeitig ist sie die Inkarnation der Profillosigkeit. Keine Menschenseele weiß, für was sie steht, geschweige denn wer die Person Melania Trump eigentlich ist. Erschwerend hinzu kommt, dass sie in die großen Fußstapfen Michelle Obamas tritt, einer studierten Harvard-Anwältin, die mit ihrer Rhetorik und Eloquenz Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Immerhin in Sachen Rhetorik hat sie sich an ihrer Vorgängerin orientiert und der Einfachheit halber gleich ganze Textstellen einer ihrer Reden kopiert und als ihre eigene verkauft.

Doch welchen Themen widmet sich eine Frau, deren liebste Zeitvertreibe nach eigener Aussage „Pilates und Magazine lesen“ sind und die sich berufsbedingt mit Kosmetika und Pflegeprodukten auseinandersetzt? Wer weiß, vielleicht wird es schon bald einen präsidialen YouTube-Kanal mit Schminktipps à la Bibis Beauty Palace geben. Da könnte man dann auch kurzerhand Produkte der hauseigenen Marken bewerben, so wie Stieftochter Ivanka es schon vorgemacht hat. Melania selbst hat kürzlich gesagt, dass sie vor allem gegen Cybermobbing vorgehen will. Gar keine schlechte Idee, da kann sie direkt bei ihrem im Netz mit Beleidigungen um sich schmeißenden Ehemann anfangen.

Von Maximilian Haag

Bildnachweis: DonkeyHotey via Flickr unter CC BY-SA 2.0; die Karikatur adaptiert ein Werk Glenn Francis auf Wikimedia

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