Raus aus der EU, oder doch lieber drin bleiben? Brexit und die Folgen

Brexit: Should I stay or should I go

Brexit, ein Kunstwort aus Britain und Exit. Brexit bedeutet, dass das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlässt. Am 23. Juni werden rund 46 Millionen wahlberechtigte Briten über Verbleib oder Ausstieg abstimmen.  Should I stay or should I go now?

If I go there will be trouble an‘ if I stay it will be double. So sangen The Clash 1982 und ähnliches mag sich derzeit auch der britische Premier David Cameron denken. Niemand weiß, was tatsächlich nach einem Ausstieg des Vereinigten Königreichs passieren würde. Viel hängt davon ab, ob es einen harten oder einen weichen Austritt gäbe. Die EU würde die Verbindung zu einem ihrer wichtigsten Handelspartner verlieren. Der freie Güterverkehr würde für das Vereinigte Königreich nicht mehr gelten. Neue Gesetze für die Ein- und Ausfuhr von Gütern müssten verhandelt werden.

Für uns bedeutet das, dass britische Produkte teurer werden könnten. Des Weiteren würde der Zusammenhalt Europas weiter geschwächt werden. Drohende Gefahr durch Terroranschläge, die Flüchtlings- sowie die Eurokrise zeigten in den vergangenen Monaten, wie wichtig die Zusammenarbeit innerhalb der EU ist. Das wären nur einige von vielen weiteren Folgen des Brexit.

Bye-bye Europe?

London trat 1973 der Gemeinschaft bei, die damals noch unter den Namen Europäische Wirtschaftsgemeinschaft bekannt war. Ein erstes Referendum fand 1975 statt, wobei die Briten sich für einen Verbleib aussprachen.

Aber auch danach gab es von den Inseln immer wieder kritische Stimmen. Oft ist von Eurosklerose ist die Rede, wenn man die Europapolitik der 1970er Jahre beschreibt. Besonders stark stellt sich 1979 die damalige britische Regierungschefin Maggie Thatcher gegen eine weitere politische Integration. Mit dem legendären Satz „I want my money back“ begannen die Briten immer stärker, Sonderrechte innerhalb der Union für sich in Anspruch zu nehmen.

Der konservative Premierminister David Cameron hatte den Briten vor der Unterhauswahl 2015 versprochen, bis 2017 eine Volksabstimmung durchzuführen. Damit wollte er einer langjährigen Forderung der EU-Gegner in seiner Partei nachkommen. Viele Bürger und Politiker sind mit der Situation, der Struktur und der Leistung der EU unzufrieden. Daher sei das Referendum aller höchste Zeit und eine Lösung. In den britischen Medien werden zurzeit emotional und geradezu leidenschaftlich Diskussionen geführt. Der Premierminister wirbt für den Verbleib in der EU. Ihm entgegen äußert sich der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson.

Wie wahrscheinlich der Ausstieg Großbritannien ist, bleibt noch unklar. Wir haben uns auf der Straße umgehört. Wie ist die Stimmung in London? Should I stay of should I go: Das sagen die Briten.

Von Franziska Groß

(Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei horst.fm)

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