Warum UNICEF in Berlin das Christkind schon im Sommer losschickt

Die Passanten des Ku’damms hatten einiges zu bestaunen: Über den Platz an der Gedächtniskirche erstreckte sich eine weihnachtliche Kulisse mit allem, was dazu gehört: Ein geschmückter Weihnachtsbaum, kostümierte Engel und Weihnachtsmänner und Plakatwände, die allen „fröhliche Weihnachten“ wünschten. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wäre da nicht die Tatsache, dass die Aktion mitten im Spätsommer stattfand.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit

Hinter dem verfrühten Winter Wonderland steckt die Wohltätigkeitsorganisation UNICEF. Das Kinderhilfswerk der UNO verzeichnet jedes Jahr um die Weihnachtszeit das höchste Spendenaufkommen. Das vorgezogene Weihnachtsfest sollte darauf aufmerksam machen, dass bedürftige Kinder, vor allem im Sudan, ganzjährig auf Spenden angewiesen sind. Das Motto der Veranstaltung: „Fröhliche Weihnachten. Weil Sie am liebsten zu Weihnachten spenden, feiern wir es schon heute.“

UNICEF-Patin Sandra Thier fasste die Problematik der saisonbedingten Spenden so zusammen: „Viele kleine Spenden ermöglichen am Ende große Hilfe. Doch reicht ein hohes Spendenaufkommen einmal im Jahr leider nicht aus, lebensbedrohlich mangelernährte Kinder langfristig zu versorgen. Wir freuen uns sehr, diese Aktion mit Hilfe zahlreicher Unterstützer und Sponsoren wie der Kunstpflanzenanbieter EuroGreens GmbH, auf die Beine stellen zu können und damit darauf aufmerksam zu machen, wie einfach es sein kann, zu helfen.“

Ein Projekt mit Unterhaltungswert

Ziel des vergangenen Samstags war es, in erster Linie aufmerksam zu machen – das Spenden an sich war zweitrangig. Die Projektidee, die aus der Feder der Agentur Jung von Matt/Spree stammte, verfehlte dabei keineswegs ihre Wirkung: Für gewöhnlich ignorieren die meisten Passanten Spendenaktionen und gehen unbeeindruckt weiter. Doch diesem außergewöhnlichen Projekt musste man Beachtung schenken. Zahlreiche irritierte Besucher blieben stehen und fragten nach Sinn und Zweck der weihnachtlichen Kulisse.

Für die nötige Unterhaltung sorgten Konzerteinlagen von Mehrzad Marashi, Fetsum und dem Hellersdorfer Jugendchor,  der mit passenden Weihnachtsliedern das Ambiente abrundete.

Obwohl sich UNICEF über zahlreiche Spenden freuen konnte, ist dies nur ein kleiner Schritt bei der Bekämpfung von Armut und Hunger. Wer spenden möchte, kann dies hier tun.

Von Julia Lehrter

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