Studentenwohnungen sind knapp

Karrieresprungbrett Berlin. Bei Deutschlands Nachwuchsakademikern ist die Hauptstadt beliebt wie nie. Doch wer sich im Sommer auf Wohnungssuche begibt, braucht neben Bürgschaft und Schufa-Zeugnis vor allem eins: einen kühlen Kopf.

„Ein Studium in der Hauptstadt ist extrem begehrt“, bestätigt Immobilienmaklerin Birgit Wagner. Über 160.000 Studienanfänger immatrikulierten zum Wintersemester 2013 in Berlin. Etwa die Hälfte kamen aus dem deutschen Umland oder den Nachbarstaaten. Der Zuwachs bereichert, wirtschaftlich wie kulturell, sprengt jedoch jährlich die Raumkapazitäten.

Zum Studienstart herrscht Hochbetrieb am Berliner Wohnungsmarkt. Doppeljahrgänge und mehr Möglichkeiten für Quereinsteiger lassen die Zahl an Studierenden beträchtlich anwachsen. Während die Hochschulen neue Studienplätze schaffen, hält das Wohnungsangebot nicht Schritt. Meist ist es der Geldbeutel, der bestimmt, wohin es den Nachwuchs verschlägt.

„Wer mehr Studenten will, muss auch mehr soziale Infrastruktur schaffen“, schlussfolgert Linke-Politker Wolfgang Albers. 5000 zusätzliche Wohnheimplätze versprach SPD-Wirtschaftssenatorin Sandra Scheeres, umsetzbar sind gerade einmal 600. Die beständigen Studentenanlagen sind in heruntergekommenem Zustand, einige sollen bald geschlossen werden.

In Berlin wird’s eng

„Die Preise sind zweifelsohne drastisch gestiegen. Dennoch liegen sie unter den Mietpreisen vieler anderer Städte”, so Immobilienexpertin Wagner. Wer trotz knappen Budgets nicht auf den Komfort einer geräumigen Wohnung verzichten möchte, entscheidet sich für eine Wohngemeinschaft. Erst auf den zweiten Blick ist stellt sich heraus, dass der Markt für Mitbewohner ebenso gesättigt ist. „Angebote gibt es genug – aber auf ein Zimmer bewerben sich zig Leute“, stellt Studentin Julia C. fest. Zwischen skurrilen WG-Castings und unseriösen Inseraten findet sich mit etwas Glück doch ein gutes Angebot, viele suchen jedoch vergebens.

Die eigene Wohnung ist für junge Erwachsene wesentlich attraktiver. „Platz eins in der Beliebtheitsskala besetzt eindeutig die trendige Mitte. Danach kommen der Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg an die Reihe“, erzählt Wagner. Schließlich ist die Lage für viele ausschlaggebend, um nach Belieben am Hauptstadtleben teilzuhaben.

Gut geplant ins Großstadtglück

Doch die Suche nach der Traumbleibe muss nicht aussichtslos sein. „Oft ist es gar nicht anders möglich als kurzfristig zu suchen,“ berichtet die Expertin. „Kleine Wohnungen sind rar und meist ab sofort bezugsfertig. Bis man es sich in Ruhe überlegt hat, ist das Angebot vergeben.“

Wer zuhause vorarbeitet, hat gute Chancen. Wichtig ist, im Vorfeld die eigenen Prioritäten festzulegen, um im Glücksfall nicht zögern zu müssen. „Am besten die Immobilienportale durchforsten und möglichst viele Besichtigungstermine für ein Wochenende festlegen,“ rät Wagner. Und dann nichts wie los. Vor Ort punktet, wer alle notwendigen Unterlagen vorlegt.

Selbst eine kurzfristige Unterkunft sollte nicht ganz unkritisch gewählt werden. „Zeit lassen, vieles hinterfragen und jemanden mitnehmen,“ so die Expertin. Auch wenn die Zeit knapp wird, heißt es locker bleiben. Schließlich ist auch eine Kompromisslösung nicht fatal. „Fakt ist, dass man in Berlin nicht viel zuhause ist – wo draußen der Bär tobt und es viele grüne Parks zum Relaxen gibt.“

Von Diana Kabadiyski

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