Ganz Europa schaut nach der Parlamentswahl auf Alexis Tsipras.

(K)ein Europa ohne Griechenland

Das Vaterland der Demokratie hat gewählt und zwar ganz links. Mit der Regierungsübernahme der SYRIZA hat der neue Ministerpräsident Alexis Tsipras nun die Fäden in der Hand und sein Ziel ist klar: das Ende der deutschen Sparpolitik. 

Mit diesem Wahlversprechen konnte Tsipras die Gunst der Griechen für sich gewinnen. Denn seit der Bekanntmachung der Staatsschuldenkrise 2010 und deren Konsequenzen, leiden die griechischen Bürger unter der sich im Land ausbreitenden Armut. Mit der neuen Amtszeit soll dem ein Ende gesetzt werden. Tsipras verspricht eine Verbesserung der Lebenssituation, eine Umstrukturierung Europas und vor allem verspricht er Standhaftigkeit gegenüber der Person, die viele für die Situation in Griechenland verantwortlich machen: Angela Merkel.

Tsipras soll ganz frischen Wind nach Europa bringen, so hoffen es jedenfalls seine Wähler. Deutlich andere Befürchtungen hat man hingegen in Berlin, denn hier bangt man um den Verbleib von Griechenland in der Eurozone. Keine unberechtigten Bedenken, immerhin bot Russland vor kurzem an, die Griechen finanziell unterstützen zu wollen.

Georgios Stathakis, griechischer Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Schifffahrt und Tourismus gibt allerdings Entwarnung: „Wir haben immer gesagt, dass die Lösung unserer Probleme europäisch sein muss“, sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. So schnell wird Europa sein Griechenland wohl nicht missen müssen.

Beunruhigender ist dafür die Wahl des Koalitionspartners der SYRIZA. Hier verbündete man sich mit der nationalkonservativen, rechtspopulistischen Partei ANEL. Der linke Rand verbrüderte sich also mit dem rechten Rand. Scheinen die beiden Parteien ideologisch doch völlig auseinander zu driften, so eint sie doch der gemeinsame Feind, die Austeritätspolitik.

Schon bald wird sich zeigen, was der Machtwechsel in Griechenland bewirken wird und wie sich Länder mit ähnlichen wirtschaftspolitischen Schwierigkeiten, wie Spanien und Portugal, davon inspirieren lassen.

Sicher ist nur, dass Europa in den nächsten Wochen auf Griechenland schaut und gespannt auf Entscheidungen hofft, die nicht nur das Beste für Griechenland, sondern auch im Sinne von ganz Europa sind.

Von Julia Lehrter

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