David Bowie produzierte "Heroes" in Berlin

Heroes Walk: In David Bowies Fußstapfen durch Berlin

Der Ausnahmekünstler David Bowie verbrachte knapp drei Jahre in Berlin. Nachdem er die Alter Egos Ziggy Stardust und The Thin White Duke entwickelt hatte, zog sich Bowie nach Berlin zurück, damals die Welthauptstadt des Heroins. Er genoss es, sich einigermaßen unerkannt ins Nachtleben zu stürzen und produzierte in seiner Berliner Zeit drei Alben, die sogenannte Berlin-Trilogie. Bekanntestes Album dieser Berlin-Trilogie ist „Heroes“.

Der gleichnamige Titelsong „Heroes“ handelt von einem Pärchen, das im Schatten der Berliner Mauer durch ihre Liebe die willkürlichen Grenzen der politischen Systeme überwindet. Für Bowie-Lyrik recht schmalzig, weshalb Album wie Song auch offiziell in Anführungszeichen geschrieben wird, um eine ironische Distanz auszudrücken.

Bowie lebte während seiner Zeit in Berlin in Schöneberg. Am Anfang teilten Bowie und sein Kumpel Iggy Pop die Sieben-Zimmer-Altbauwohnung. Später zog Iggy ins Hinterhaus, am man unternahm trotzdem viel zusammen. So begleitete Bowie Iggy Pop am Synthesizer, wenn dieser im Metropol am Nollendorfplatz auftrat.

Mal sehen, was im Dschungel läuft

Vor allem nachts zog man gemeinsam um die Häuser. Beliebte Anlaufstellen waren dabei das legendäre Chez Romy Haag (mit Romy Haag war Bowie in dieser Zeit liiert) in der Fuggerstraße und natürlich der Dschungel, das deutsche Studio 54 und Inbegriff der Berliner Partykultur in den späten 1970er Jahren.

Die Aufnahmen zum Album „Heroes“ erfolgten im Kreuzberger Meistersaal, direkt an der Berliner Mauer. Hier tüftelte Bowie zusammen mit Brian Eno am richtigen Sound und nannte das Studio gerne the big hall by the wall. Heroes wurde im Laufe der Zeit zu einer Art inoffiziellen Hymne von Berlin.

Wer die Schauplätze – natürlich stark verändert und nicht mehr in der sinistren Stimmung des geteilten Berlins – kennenlernen will, kann dies tun. Der Heroes Walk verbindet die zentralen Stationen Bowies in Berlin zu einem schönen Stadtspaziergang – von der Schöneberger Hauptstraße durchs Bayerische Viertel zum KaDeWe, weiter über die Kurfürstenstraße zum Meistersaal und dann über den Potsdamer Platz zum Reichstag, wo Bowie 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins seine „Heroes“ über die Mauer dröhnen ließ.

Bildnachweis: Cover Shot des Albums „Heroes“

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