Food Nerds von der Spree: Bite Club Berlin

Ein wenig Brooklyn-Flair mit dem Puls eines asiatischen Nachtmarkts und einer Prise Berliner Partylaune – das sind die Zutaten für ein gelungenes Streetfood-Festival. Der Bite Club Berlin geht diesen Sommer in die zweite Runde und verwöhnt seine Gäste nun auch in Mitte mit mobilen Köstlichkeiten aus aller Welt.

Es war auf einem Konzert von The XX als Food-Journalist Tommy Tannock die Idee kam, Catering für Festivals zu organisieren. Daraus entstand August 2013 der erste Bite Club in Kreuzberg auf dem Gelände zwischen Arena und der MS Hoppetosse. Über zwanzig Food Trucks, darunter vier Bars, bieten globale Geschmackserlebnisse bei Vintagekulisse und Technoklängen.

Dass das Konzept solchen Anklang in der Hauptstadt findet, wundert den Engländer nicht. Er bezeichnet Essen als den neuen “social signifier” – ein Thema, das weit über geschmackliche Präferenzen und Gesundheitsbewusstsein hinausgehe. Zusammen mit Geschäftspartnerin und Grafikdesignerin Marina Zahediah organisiert er das Festival zum zweiten Mal, diesmal samt Erweiterung an der Schönhauser Allee.

Meilenstein der Straßenküche

Nicht zum ersten Mal treffen die handlich portionierten Globetrotter hier den Nerv der Zeit. Nach dem großen Erfolg des Street Food Thursday in der Markthalle IX, genießt man nun mexikanischen Tachos und amerikanische Pies unter freiem Himmel. Über 6000 Besucher stürmten schon 2013 das Marktgelände, übertrafen nicht nur alle Erwartungen, sondern schnell auch die kulinarischen Kapazitäten der Anbieter.

An der Hoppetosse hat der Andrang längst ähnliche Ausmaße erreicht. Um eine Kostprobe der begehrten Catering-Trucks zu ergattern, reihen sich die Gäste in meterlangen Schlangen. Dank der lockeren Atmosphäre jedoch kein Problem. Bei frischem Spreewind, Musik und angenehmer Beleuchtung lässt sich das Gedränge gut aushalten – wie auf einem richtigen Festival eben. „Die Party soll einfach Spaß machen”, so die beiden Veranstalter. “Es gibt nicht nur leckeres Essen, sondern auch Spiele, Musik, Cocktails, Eis – einfach alles, was man für eine gute Feier braucht.”

Gourmet auf die Hand

Dass man für Fast Food aus Imbisswagons aus ganz Berlin zusammenkommt, liegt vor allem an der Message der Veranstaltung: Die Szene, die sich hier herausbildet, verbindet nerdiges Fachwissen über japanische Fermentierungsmethoden und Rohkostqualität mit ansteckender Leichtigkeit. Ob polnische Pierogi von Pan Kowalski oder französische Macarons von Du Bonheur –  die besonderen Leckereien sind nicht nur etwas gegen den Hunger, sondern lindern auch ein wenig das Fernweh, wenn die Urlaubstage knapp werden.

Auch nationale Klassiker, wie die Käsespätzle von Heisser Hobel, gliedern sich dank persönlicher Note und Berlin-konformem Vintageflair in die Reihen des Außergewöhnlichen ein.  Was hier zum Ausdruck kommt, sind vor allem Alltagstauglichkeit und Lebensfreude. Der Genuss zwischendurch muss weder aufwändig sein, noch besonders teuer – die meisten Streetfoods werden schon zwischen 4 und 6 € angeboten.

Expansion nach Mitte

Seit Mai sind einige Verkäufer auch regelmäßig hinter der Platoon Kunsthalle anzutreffen. Die Location hat zwar kein Diner-Schiff, dafür aber eine original schottische Whisky-Bar. Als besonderes Highlight können die Besucher hier verschiedene Food Pairings entdecken, sei es Singleton-Whisky-Bacon oder eine spezielle Eiskreation. Das Gelände ist samstags von 15 bis 22 Uhr besetzt, während freitags von 18 bis 0 Uhr an der Hoppetosse geschlemmt wird. Wer keine Lust auf Schlangestehen hat, sollte möglichst früh die Snacks seiner Wahl sichern, um dann entspannt ein Stückchen Brooklyn zu genießen. Mehr Infos gibt es auf biteclub.de .

Von Diana Kabadiyski

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