Flowmarkt-Battle: Nowkoelln vs. Kreuzboerg

Sommer, Sonntag und Second Hand lassen Berliner Herzen höher schlagen. Ob Tourist oder Ur-Berliner – für den ultimativen Hipsterkick sind die Zwillingsmärkte in den Trendkiezen genau die richtige Adresse.

Wer sich für Schätze von Omas Dachboden begeistern lässt, muss nicht jeden Sonntag am Mauerpark verbringen. Deutlich entspannter geht es auf den “Flowmärkten” Nowkoelln und Kreuzboerg zu. “Hier gleicht kein Nachmittag dem anderen,” erzählt Stammbesucherin Ines. Hipper als die Spitznamen ist hier nur die Atmosphäre selbst.

Über fünfzig Second-Hand-Märkte sind über Berlin verstreut. Seit 2010 mischt der Neuköllner mit, ein Jahr später kam die Kreuzberger Variante hinzu – zunächst als Indoor-Flohmarkt. Heute sind die beiden längst von Geheimtipps zu Trendmeilen angewachsen. In der Sommersaison treffen sich hier Vintage Fans zum Stöbern, Feilschen und Relaxen.

Das Original

Maybachufer Neukölln – Zwischen Thielenbrücke und Nansenstraße tummeln sich Studenten, Rentner und Kleinfamilien an bis zu 150 Ständen. Auf dem Marktgelände mit fast fünfzig Jahren Tradition stapeln sich ansonsten Lebensmittel aus dem Mittelmeerraum – Dienstags und Donnerstags ist am Landwehrkanal Orientmarkt. Alle zwei Wochen kommen hier Kunsthändler, Hobbydesigner, aber vor allem private Trödelliebhaber zusammen und bieten der bunten Menge Altes und Neues zum Stöbern.

Wer von etwas Gedränge nicht abgeschreckt ist, kann neben Retro-Raritäten im Überfluss das passende Rahmenprogramm genießen: Auf einer Holzterasse treten Berliner Live-Acts auf, mal akustisch, mal mit Verstärker. Über das Areal verteilt geben Straßenmusiker ihr Können zum Besten und verschmelzen mit Verkehr und Leuten zu einer eindrucksvollen Klangkulisse.

Auch für Verpflegung ist bestens gesorgt: Neben Crêpes, Berliner Currywurst und kalten Getränken bieten die privaten Stände besondere Highlights. Von Rohkosttorte bis hin zum hausgemachten Fruchteis wechselt hier wöchentlich das Angebot. Gut gestärkt lässt es sich auch besser nach Kostbarkeiten stöbern und erfolgreicher verhandeln. “Über Preise lässt sich immer reden,” sagt Hobbyverkäufer Tobias. “Flohmarkt ohne Feilschen wäre doch total gestellt.”

Der kleine Bruder

Moritzplatz Kreuzberg – Gleiches Konzept, anderes Setting. Ganz in grün, doch ebenso authentisch ist der Kreuzboerg-Flow. Inmitten der Prinzessinnengärten, die seit 2009 von Freiwilligen gehegt werden, geht es deutlich gelassener zu. Zwischen wenigen Markttischen sind es vor allem kleinste Stände und Tresen, die sich bei längerem Hinsehen als wahre Fundgruben entpuppen.

Das Publikum ist ähnlich bunt wie beim Vorreiter und hat dank geringem Lärmpegel jede Gelegenheit, sich über die Neuzugänge auszutauschen. “Hier treffe ich immer die interessantesten Menschen,” erzählt Besucherin Maria. “Die persönliche Atmosphäre ist einzigartig. Deshalb ist Kreuzboerg mein Favorit.”

In einem Waldstück gibt es großflächig Sitzmöglichkeiten sowie einen Kiosk mit warmen und kalten Snacks. Auf der gegenüberliegenden Bühne treten Garagenbands und Berliner Newcomer auf. Besonders charmant sind die Tische mit eigens gezüchteten Wildkräutern – Gartenflair für zuhause.

Der frühe Vogel

Zwei Veranstaltungen, ein Fazit: Die Flowmärkte sind ein Muss für alle Trödelfans, aber auch für jeden, der einen Sonntag lang den Berliner Kiezflair genießen möchte. Um beim Stöbern die besten Karten zu haben, sollte man bereits am Vormittag vor Ort sein – für Verkäufer ist halb Acht die Zeitmarke. Zwischen 10 und 18 Uhr bleibt dann genügend Zeit, um mit oder ohne Samstagskater das Wochenende ausklingen zu lassen. Mehr Infos und aktuelle Termine gibt es auf www.nowkoelln.de und www.kreuzboerg.de .

Von Diana Kabadiyski

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